RE: Babesien Vermehrung und Therapie -
berta - 23.11.2017
Danke, Luddi.
Ich kann mich daran erinnern, hatte deshalb im Frühjahr auch den Test bei den Chronikern machen lassen. Bloß würde ich es so gern mal von jemandem ohne Serologie hören.
Viele Grüße
Berta
RE: Babesien Vermehrung und Therapie - Ehemaliges Mitglied 1 - 23.11.2017
Hallo Ursula,
Zitat:Ich hab noch keine Info gefunden, wie oder wo das Atovaquon wirkt, d.h. in welcher Entwicklungsstufe der Babesien. Ich hätte gern eine Begründung dafür, warum die Therapie mindestens 4 Monate dauern soll.
in
Therapie wichtiger Protozoeninfektionen Seite 592 wird die Wirkung von Atovaquone beschrieben wie folgt:
Zitat:Es hemmt den mitochondrialen
Elektronentransport und führt damit zum Zusammenbruch
des mitochondrialen Membranpotenzials
von Gewebe- und Blutschizonten.
Atovaquone wirkt nach meinem Verständnis intra-erythrozytär auf Schizonten in Blut und Gewebe.
Bei Babesiose scheint es keine Gewebeschizonten zu geben, es werden "nur" Erythrozyten befallen? Hoffentlich..
Die Wirkung von Chemotherapeutika und Infektionszyklus bei
Malaria sind in
Malaria dargestellt. Die Seite "Abbau des Hämoglobins durch Blutschizonten" zeigt ein Schema zur Wirkung und Wirkungsort von Atovaquone.
Durch das zusätzlich zu Atovaquone eingenommene Azithromycin bestehen zusätzliche Wege zur Erreger-Abtötung.
Azithromycin blockiert bei
Malaria-Erregern (Plasmodium falciparum) die Protein-Synthese und führt zum Absterben der Erreger
Macrolides rapidly inhibit red blood cell invasion by the human malaria parasite
Zusätzlich unterdrückt Azithromycin bei
Malaria-Erregern die Invasion von Erythrozyten durch Merozoiten [Wenn ein von Erregern befallener Erythrozyt aufbricht werden Merozoiten frei, die erneut Erythrozyten befallen können].
Für die Wirkung von Azithromycin auf
Malaria-Erreger ein weiterer interessanter Artikel:
Halting malaria invasion of red blood cells.
Zitat:Ich hätte gern eine Begründung dafür, warum die Therapie mindestens 4 Monate dauern soll.
Schließe mich Luddi an. Die Erythrozyten haben eine Lebensdauer von etwa 120 Tagen.
So hat man dann alle zu Beginn der Einnahme schon existierenden und infizierten Erythrozyten bis zu ihrem Tod mit Atovaquon konfrontiert.
Wenn die unter der Einnahme von Atovaquon entstehenden neuen Erythrozyten nicht mehr befallen werden könnten oder die Erreger in den neuen Erythrozyten nach Befall alle absterben würden und alle Schizonten in den bereits zu Beginn der Einnahme von Atovaquon befallenen Erythrozyten absterben würden, wäre man schon wieder gesund.

LG Niko
RE: Babesien Vermehrung und Therapie -
Ursula - 06.12.2017
Hallo Luddi, Berta und Niko,
vielen lieben Dank für Eure Beiträge. Ich war ein paar Wochen ohne Internet-Zugang, deshalb kann ich mich erst jetzt melden.
Bei mir waren IgG Antikörper festgestellt worden. (Allerdings mit dem Text: Zeichen einer abgelaufenen Infektion. Auf Nachfrage im Labor hat man eingeräumt, dass es auch eine persistierende Infektion sein kann)
Mir geht es jetzt wesentlich besser, Schweißausbrüche nur noch selten in geringerer Ausprägung, Schwäche in den Beinen sehr viel geringer, nächtliche Schmerzen in den Beinen nach Anstrengung ganz weg.
LG Ursula
RE: Babesien Vermehrung und Therapie -
mischka - 06.12.2017
Mal eine Babesien-Anfänger-Frage: Kann man zum Atovaquon alle ABs dazu nehmen, oder geht nur Azithro?
RE: Babesien Vermehrung und Therapie -
Ursula - 07.12.2017
Die Kombination von Atovaquon und Azithromycin wird u.a. vom RKI (Robert Koch Institut, zuständig für Infektionskrankheiten) genannt: Unter "Seltene und importierte Krankheiten" findet man Babesiose. (Das kann man im Internet finden). Das ist wohl die Quelle, auf die sich andere beziehen.
LG Ursula
RE: Babesien Vermehrung und Therapie -
mischka - 09.12.2017
Zitat:besteht das gegen
wärtige Schema der Wahl für
Babesiose aus einer Kombination von Atovaquone (Mep
ron, Malarone), 750 mg bid, und
einem Antibiotikum aus der Erythromycin-Klasse wie
zum Beispiel Azithromycin,
Clarithromycin, oder Telithromycin in Standarddosis
. Diese Kombination wurde anfangs an
Tieren getestet und dann mit gutem Erfolg auf den M
enschen übertragen. Weniger als 5%
der Patienten müssen die Behandlung wegen Nebenwirk
ungen abbrechen und die
Erfolgsquote ist klar besser als die von Clindamyci
n und Chinin.
Die Info habe ich gerade selber bei Burrascano gefunden.
RE: Babesien Vermehrung und Therapie -
Andrea1 - 09.12.2017
@Niko
Bist du sicher, dass Babesien nicht aus der Blutbahn ins Gewebe wandern können? Ich habe nämlich ganz viele Entzündungen im Bindegewbe, ausgelöst von den Erregern.
LG Andrea
RE: Babesien Vermehrung und Therapie - Ehemaliges Mitglied 1 - 11.12.2017
@Andrea1
Zitat:Bist du sicher, dass Babesien nicht aus der Blutbahn ins Gewebe wandern können?
Bin vollkommen unwissend!
Eventuell findet man etwas beim googeln?
Zumeist aber eher weniger über Babesien, als über Malaria.
Ich habe bislang bei ausgiebigem Googeln nur gefunden, dass beim Menschen die Babesien in Erythrozyten eindringen.
Bei Malaria hingegen wird beschrieben, dass sie auch in Gewebezellen/Leberzellen eindringen und sich dort vermehren oder dort auch Ruheformen ausbilden können und persistieren.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass selbst für Malaria (und die Erkrankung wurde vermutlich ausgiebiger untersucht als Babesiose?) noch Fragestellungen offen sind, wie und wo die Infektion im Körper Schaden anrichtet.
LG Niko
RE: Babesien Vermehrung und Therapie -
Andrea1 - 01.01.2018
Habe den Elispot Babesien gemacht, negativ! Habe so schlimme neurologische Symptome, dass ich glaube, das Babesien doch im Spiel sind. Vielleicht wage ich nochmal einen Versuch mit Malarex. Ich vertrage das Zeug nicht. Das ist das Problem. Kennt jemand eine Alternative?
RE: Babesien Vermehrung und Therapie -
Andrea1 - 01.01.2018
Liebe Grüße an alle Leidgeplagten
Andrea