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Besteht Handlungsbedarf oder nicht? - Druckversion

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RE: Besteht Handlungsbedarf oder nicht? - Sunflower - 29.05.2013

Nachtrag: Quellennachweise

Zitat:Für eine frische Borrelieninfektion (sog. Stadium I) werden in
allen gängigen Lehrbüchern und Zeitschriftenartikeln über Borreliose 2 x 100 mg Doxycyclin für 14 (- max. 21) Tage empfohlen und für Kinder < 9 Jahre ebenso wie für Schwangere Amoxicillin (Kinderdosis
nach Körpergewicht 50 mg/kg KG bzw. 3 x 1000 mg für Erwachsene).

Die Behandlungszeit von max. 21 Tagen berücksichtigt dabei aber nicht die sehr lange Generationszeit der Borrelien (12-24 Stunden pro Querteilung!). Man hat - analog zu den in vitro beobachteten
Absterbezeiten für die sich alle 20 Minuten (!) teilenden E.coli-Bakterien - eine zur Elimination notwendige Behandlungszeit von mindestens 30 Tagen errechnet.

Bei in-vitro-Studien an der Hochschule in Wädenswil, Schweiz, unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Sievers hat sich außerdem bei in
menschlichen Endothelzellkulturen angezüchteten Borrelien gezeigt, dass erst ab einer bestimmten AB-Konzentration im Blut die Borrelien an ihrer weiteren Vermehrung gehindert werden können.
Die nötige sog. minimale bakteriostatische Serum-Konzentration beträgt entsprechend diesen Untersuchungsergebnissen
für Doxycyclin 5 μg/ml Blut. Das entspricht in vivo - je nach Körpergewicht - ca. 400 mg bis 600 mg Doxycyclin täglich, d. h. das Doppelte bis Dreifache (!) der derzeit empfohlenen
Dosis von 200 mg täglich.


Zur individuellen Dosisfindung wäre es deshalb sinnvoll, die Blutspiegelkonzentrationen des Antibiotikums während der Therapie (v. a. bei einer längeren AB-Einnahme im chronischen Stadium) in einem dafür geeigneten Labor (s. a. Adressenanhang) bestimmen zu lassen.

Mit den derzeit überall zur Therapie selbst neurologischer Defizite empfohlenen Tagesdosierungen werden diese Doxycyclin-Blutspiegel
aber nicht erreicht. Sie verhindern höchstens die weitere Vermehrung der Erreger.

aus: Dr.Hopf-Seidel, "Die persistierende chronische Borreliose", P.18-19


RE: Besteht Handlungsbedarf oder nicht? - Sunflower - 29.05.2013

Hier die sehr wichtige Studie von Prof.Eva Sapi:

Zitat:Studies have suggested that resistance and recurrence
of Lyme disease might be due to formation of different morphological forms of B. burgdorferi, namely round bodies (cysts) and biofilm-like colonies.
(...)
Results: Doxycycline reduced spirochetal structures ∼90% but increased the number of round body forms about twofold.
(...)
treatment with metronidazole led to reduction of spirochetal structures by ∼90% and round body forms by ∼80%
(...)tinidazole treatment reduced both spirochetal and round body forms by ∼80%–90%.
(...)When quantitative effects on biofilmlike colonies were evaluated, the five antibiotics reduced formation of these colonies by only
30%–55%. In terms of qualitative effects, only tinidazole reduced viable organisms by ∼90%.
Following treatment with the other antibiotics, viable organisms were detected in 70%–85% of the biofilm-like colonies.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3132871/pdf/idr-4-097.pdf

Eine Bitte an dich, Martin: kopiere diese Studie und gib sie an deinen Arzt.Es ist SEHR WICHTIG, daß Ärzte diese Tatsachen wissen und sie in der Praxis berücksichtigen!

Leider wurden die Leitlinien der DBG vor der Veröffentlichung dieser Studie geschrieben und veröffentlicht.Sie berücksichtigen nicht diese neuen Erkenntnisse über die Wirkung von AB wie Doxycycline auf Zysten und Biofilme.Meines Erachtens ist es ein Riesenfehler im Frühstadium auch, denn dies kann zum Therapieversagern führen.

Ich weiß wovon ich rede: 6 Wochen Amoxicillin im Frühstadium, nach 5 Wochen beschwerdenfrei, Rückfall in der 7.Woche!!! Warum? Amoxicillin wirkt nicht gegen Zysten, fördert sogar ihre Bildung!

Dann 3 Monate nach dieser Antibiose Minocycline (200 mg/Tag) + Hydroxychloroquin (200 mg/Tag-> damals glaubten alle, Ärzte und Patienten, daß HCQ gut gegen Zysten wirke) 6 Monate lang-> 2 Monate mit extremen Herxheimer Reaktion, 3.Monat fast beschwerdenfrei, 4.Monat Rückfall.Warum? Minocycline und HCQ wirken nicht gegen Zysten und Biofilme!

Das alles Martin weiß dein Arzt wahrscheinlich nicht.Bitte gib ihm diese Dokumente!


RE: Besteht Handlungsbedarf oder nicht? - Sunflower - 29.05.2013

Antibioseprobleme:

http://www.lymeborreliose.de/07therapie/0704antibioseprobleme/index.html

Bermerkungen zur Minocyclin-/Quensyl - Therapie

http://bsg-sw.gmxhome.de/lyme-borreliose,%20medikation.pdf

In vitro Untersuchunge von Prof.Sapi mit HCQ (hier Plaquenil), bis jetzt nicht veröffentlicht:

http://www.newhaven.edu/257045.pdf

http://www.newhaven.edu/475553.pdf

Siehe auch die Zusammenfassung von Dr.Hopf-Seidel auf einem Vortrag 2012 ab.S65:

http://www.dr-hopf-seidel.de/mediapool/87/874128/data/Vortrag_Meschede_5-2012.pdf

Und hier eine Zusammenfassung von mir über Maßnahmen zur Potentialisierung der Wirkung von AB:

http://www.symptome.ch/vbboard/borreliose/75082-potenzierung-wirkung-antibiotika.html

(Anwendung auf eigene Gefahr, ich übernehme keinerlei Haftung).


RE: Besteht Handlungsbedarf oder nicht? - urmel57 - 29.05.2013

Hallo Martin,

ich hoffe du lässt dich jetzt nicht von den vielen Informationen erschlagen. Fakt ist aber, dass für viele Menschen die dreiwöchige Behandlung mit Doxycyclin ausreichen kann, speziell, wenn man in der Frühphase behandelt.

Nachdem aber jeder Mensch verschieden ist, kann das auch nicht ausreichend sein, mit möglicherweise verheerenden Folgen - vor allem für den Patienten, der die Konsequenzen trägt. Mir persönlich wäre es wichtig eine gute Primärtherapie für das Frühstadium zu bekommen, um auf der sicheren Seite zu sein.

In einem anderen Thread http://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=2472&pid=22505#pid22505 habe ich gerade schon mal etwas ausführlicher dazu geschrieben.

Liebe Grüße Urmel


RE: Besteht Handlungsbedarf oder nicht? - Sunflower - 29.05.2013

(29.05.2013, 09:23)urmel57 schrieb:  Fakt ist aber, dass für viele Menschen die dreiwöchige Behandlung mit Doxycyclin ausreichen kann, speziell, wenn man in der Frühphase behandelt.

Fakt? Wo sind die Studien, die das belegen?

Ich kenne auf jeden Fall in meiner näheren Umgebung einige Patienten, die trotz 2-3 Wochen Doxy 200 über chronische Muskel-, Gelenkschmerzen und/oder Müdigkeit und andere netten Symptomen klagen.Aber "Oh Ton" des behandelnden Arztes: "Sie habe ein Antibiotikum bekommen, Sie haben keine Borreliose mehr"...Angry

Und a propos Studien, auf die sich die derzeitigen Leitlinien stützen: damals wurden fortbestehende Symptome wie Muskel-, Gelenkschmerzen, Müdigkeit, schlicht und einfach nicht berücksichtigt, sondern die Patienten nach den 2-3 Wochen AB als "gesund" betrachtet.Auf solche fragwürdigen Studien stützt die aktuelle Behandlung der Borreliose.


RE: Besteht Handlungsbedarf oder nicht? - anfang - 29.05.2013

(29.05.2013, 19:06)Sunflower schrieb:  
(29.05.2013, 09:23)urmel57 schrieb:  Fakt ist aber, dass für viele Menschen die dreiwöchige Behandlung mit Doxycyclin ausreichen kann, speziell, wenn man in der Frühphase behandelt.

Fakt? Wo sind die Studien, die das belegen?

Fakt = Ich kann mich,wie zuviele andere auch zu den nicht anerkannten Studien zählen-welche es auf ihren eigenen Leid(t)linien belegen.
Fakt ist aber auch das schon von Urmel angeführte TH.-schema.- anfang -