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moderate Hyperthermie Erfahrungsbericht - Druckversion

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moderate Hyperthermie Erfahrungsbericht - Matze K. - 11.03.2026

Hallo ihr Lieben,

ich bin Matze, 55 Jahre alt und vermutlich seit Sommer 2023 mit Borelliose infiziert. Die Diagnose mit entsprechenden Blutwerten kam im Februar 2025. Bis dahin war es eine echte Odyssee mit dem üblichen Marsch zu allen möglichen Ärzten und ich will euch hier nicht mit den Details langweilen. Nach der Diagnose im Feb 2025 kam eine 20 tägige AB mit Doxyciclin. Ein anschließender Labortest hat quasi die selben Werte ergeben. Da war mir schon fast klar das die AB nicht gewirkt hat (obwohl meine HA das Gegenteil beteuerte) und das das wohl leider eine langwierige Angelegenheit wird, die mein Leben verändert. Und das nicht zum Guten. 
Bis zur Lumbalpunktion im November gab es noch ein paar Untersuchungen um evtl andere Ursachen so gut es geht ausschließen zu können. Wie zBsp ein Schädel MRT und noch andere neurologische Untersuchungen. Die Lumbalpunktion blieb quasi ohne Befund, da im Nervenwasser nur sehr wenige Borellien gefunden wurden. Daher wurde von einer intravenösen AB abgesehen und ich wurde als austherapiert, mit der Empfehlung Vitamin B12 und Magnesium zu supplementiern, entlassen. Einzige positive Nachricht ist wohl die Tatsache, das es sich nicht um eine Neuroborelliose handelt.
Meine Symptome sind äußerst umfangreich und wechseln sich stark ab. Aber ich bin im Alltag nicht so stark eingeschränkt wie leider so manch anderer hier. Kann arbeiten gehen und an guten Tagen sogar etwas Sport treiben und Fahrrad fahren. Allerdings hatte ich im vergangenen Jahr viele schlechte Tage, an denen außer Bewältigung des Alltags kaum etwas Anderes möglich war. Die Laune war auch entsprechend mies. Daran ist dann auch schlußendlich meine Beziehung zerbrochen, was auch nicht gerade zur Besserung des Wohlbefindens beigetragen hat. Verschiedene Symptome haben sich durch den Herzschmerz Stress verschärft und verstärkt. Aktuell leide ich besonders unter Taubheit und Schmerzen in den Füßen und Zehen sowie "Eishänden".
Aber etwas Gutes hatte es. Ich habe dadurch die Kraft und Motivation gefunden weiter zu recherchieren und mich nicht abzufinden. Bis ich dann Anfang Februar auf die Hyperthermie gestoßen bin. 
Nach weiteren umfangreichen Recherchen habe ich mich für eine moderate Ganzkörper-Hyperthermie Behandlung im XXX entschieden. Behandelnder Chefarzt ist Dr. XXX.
Es gab ein telefonisches Vorgespräch mit dem Praxismanager und meinen Entschluß diese Behandlung zu machen, auch wenn ich die Kosten (430 € pro Sitzung) selber trage. 
Der erste Termin fand am 02.03.26 statt. Ein kurzes Gespräch mit Dr. XXX und dann ab auf die "Pritsche". 

Bei der moderaten Hyperthermie wird der gesamte Körper durch den Einsatz von Infrarottechnologie, bei der nur Alpha Strahlung durchgelassen wird, in künstliches Fieber versetzt. Das XXX nutzt Technik von Ardenne. (Dr. Manfred von Ardenne hat die Hyperthemie bereits in den 50er Jahren erfunden um Krebs zu bekämpfen)
Die Idee hinter der Hyperthermie ist die Tatsache, das die kleinen Borellien-Mistviecher thermolabil sind und die Möglichkeit besteht diese zu bekämpfen wo Antbiotika versagt.
Die Borellien, sonst flink unterwegs und schneller als unsere Killerzellen, stellen ihre Aktivität ein, ihre Efluxpumpen ab und sind dann angreifbar. Durch das Fieber wird unser gesamter körpereigener Immunapparat enorm mobilisiert und alarmiert. Durch das starke Fieberschwitzen werden die erledigten Mistviecher dann auch direkt aus dem Körper gespült. Das verhindert die "Herxheimer" Reaktion. Es wird vermutet das Borellien bei einer Köpertemeperatur zwischen 40,5°C und 42,5°C tatsächlich absterben. Da gehen die Meinungen aber auseinander. Grundsätzlich soll aber gelten, je höher die erreichte Fiebertemepratur um so besser.

Der körpereigene Thermostat, legt fest wie hoch das Fieber im Körperkern steigt. Das ist individuell und bei jedem anders. Ich habe zum Monitoring ein kleines Fieberthermometer in den Allerwertesten bekommen, Sauerstoff in die Nase. Eine Vitamin C Infusion in den Arm und vorweg einen Magnesium Drink. Zwischendurch zweimal einen Kalzium Drink um den Kreislauf zu stabiliesieren. Eine DVD ausgesucht, und los ging's. Bis zur Fiebertemperatur von 38°C hat es ungefähr eine Stunde gedauert. Danach wurde es anstrengend und teilweise schwer auszuhalten. Das muß man wissen. Nach ca. 2 Stunden hatte ich 39°C Fieber. Und der Endpunkt waren 39,3°C. Die habe ich ca. 25 Minuten gehalten. Nach 2,5 Stunden wurde das Gerät ausgeschaltet und ich habe noch "nachgeglüht".
Die Schwester hat sich die gesamte Zeit gut um mich gekümmert. Immer wieder neue feuchte Umschläge für Nacken und Stirn gemacht und mit einer Sprühflasche hauptsächlich Po und Beine besprüht wenn die zu heiß wurden.
Danach ging es für ca. 20 minuten auf eine Relaxliege zum akklimatisieren und dann unter die Dusche. Das wars. Ich war etwas benommen und ein bischen schwindlig, aber sonst nach etwa 25 Minuten bereit zum Auto fahren.

Bereits am selben Abend habe ich mich so gut gefühlt, wie schon lange nicht mehr. Auch am nächsten Tag hielt der Effekt noch an, bevor es ab Mittwoch begann wieder schlechter zu werden. Heute, eine Woche später sind die Symptome wieder auf dem Niveau wie vor der Behandlung. 
Aber hey, es muß ja noch Steigerungspotenzial geben. Denn schließlich habe ich ja noch 3 Behandlungen vor mir, von denen ich dann gern wieder berichte.

Um die Behandlung wirkmächtiger zu machen, habe ich aufgehört zu rauchen und meine Ernährung etwas gesünder umgestellt. Muß nur aufpassen nicht zu viel abzunehmen und Muskelmasse abzubauen. 

Aktuell nehme ich zur Unterstützung Vitamin D3 mit K2 hochdosiert, Vitamin C, Vitamin B12, wilde Karde Tinktur und Katzenkralle, Chlorella und Artischocke Kapseln für den Darm, sowie Magnesium.

Die nächste Behandlung ist am kommenden Montag. Danach melde ich mich wieder. 
Bis dahin drückt mir die Daume. Habt ihr evtl auch schon Erfahrungen mit Hyperthermie gemachtwürde ich mich freuen davon zu hören.
Viele liebe Grüße



Edit:
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Gruß Moderator