Schriftliche Borreliose-Diagnose? -
Borri - 25.07.2013
Hi,
also mich würde mal interessieren wer von euch die Diagnose chronische Borreliose von einem Arzt schriftlich gekriegt hat und wie lang es bei euch gedauert hat bis der Arzt dazu bereit war euch das auszustellen?
Fakt ist ja, dass man die Krankheit nicht zu hundert Prozent beweisen kann, auch kein Arzt, dennoch müsste es doch möglich sein, dass ein.Arzt anhand der Blutwerte, Symptomen und Ausschlussdiagnosen bereit ist einem diese Diagnose auch schriftlich zu stellen?
Mir geht es hier eben um die Ämter etc bei denen man ja ohne schriftliche.Diagnose eig keine Chance hat...
LG
RE: Schriftliche Borreliose-Diagnose? -
Helena - 25.07.2013
Ich habe das sogar von einer Berufsgenossenschaft schriftlich anerkannt, und ein Gerichtsurteil gibt es auch dazu.
Außerdem habe ich Gutachten, die das bestätigen.
LG
RE: Schriftliche Borreliose-Diagnose? -
FreeNine - 25.07.2013
Hi Borri,
(25.07.2013, 12:16)Borri schrieb: also mich würde mal interessieren wer von euch die Diagnose chronische Borreliose von einem Arzt schriftlich gekriegt hat und wie lang es bei euch gedauert hat bis der Arzt dazu bereit war euch das auszustellen?
Es gibt einen Befund, wo man von chronischer Borreliose schreibt. Daraufhin wurde es auch an das Gesundheitsamt gemeldet und von dort erhielt ich ein Schreiben (2008): "Sie sind an Borreliose erkrankt."
Allerdings wird man dann auch behandelt und dann heisst es schnell: sie sind austherapiert. Also Aussage gegen Aussage.
Und die Sätze in den Befunden sind oft auch noch Auslegungssache, da man (wie bei Arbeitszeugnissen eines Arbeitgebers) sich da im Satz noch eine kleine Tür offen hält
Zitat:Fakt ist ja, dass man die Krankheit nicht zu hundert Prozent beweisen kann, auch kein Arzt, dennoch müsste es doch möglich sein, dass ein.Arzt anhand der Blutwerte, Symptomen und Ausschlussdiagnosen bereit ist einem diese Diagnose auch schriftlich zu stellen?
Genauso sieht es aus. Es kann alles ein langer Weg werden....bis man am Ziel ist.
Zitat:Mir geht es hier eben um die Ämter etc bei denen man ja ohne schriftliche.Diagnose eig keine Chance hat...
Und der Normalfall scheint da sehr lang zu sein...
LG
RE: Schriftliche Borreliose-Diagnose? -
Niki - 25.07.2013
Hallo Borri,
ich habe von 4 Ärzten die Diagnose chronische Borreliose bekommen (ich war bei unterschiedlichen Ärzten, da ich mich für unterschiedliche Therapien interessiert habe und mich für eine entscheiden musste. Die Diagnose erfolgte u.a. durch hohe igg-Werte und hochpositiven Westernblot in Kombination mit typischen Symptomen.
Einer der Ärzte ist zumindest in Baden-Württemberg recht anerkannter Infektiologe, der aber die Borreliose nur sehr kurz behandelt. Die schriftliche Diagnose von dort ist für mich aber Gold wert. Habe überhaupt keine Probleme meine Therapie von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen. Auch eine Infusionstherapie über 2 Jahre wurde anstandslos übernommen.
In der Regel ist es so, dass bei positiven Antikörpern und positiven Westernblot und Symptomen die Diagnose gestellt werden sollte.
LG Niki
RE: Schriftliche Borreliose-Diagnose? -
Borri - 25.07.2013
(25.07.2013, 17:17)Niki schrieb: In der Regel ist es so, dass bei positiven Antikörpern und positiven Westernblot und Symptomen die Diagnose gestellt werden sollte.
LG Niki
hi niki,
mein hausarzt machte vor ein paar monaten einen ersten borrelientest der positiv war ( positiver elisa igg, positiver westernblot igg mit drei hochspezifischen banden, u.a. vlse), alle borrelientypischen symptome sind vorhanden, ausschlussdiagnosen habe ich sehr viele.
Dennoch bekam ich die Diagnose bis heute nicht schriftlich, was es einem natürlich im Umfeld und vor allem bei Ämtern etc noch viel schwerer macht...
ich hoffe, dass mein spezi bei dem ich leider erst in ein paar monaten nen termin hab bereit ist mir das ganze schriftlich zu bescheinigen...
lg
RE: Schriftliche Borreliose-Diagnose? -
Niki - 25.07.2013
Ich denke, dass das beim Spezi dann bescheinigt wird. Ein "normaler" Hausarzt alleine diagnostiziert in der Regel keine chronische Borreliose. Bei mir steht da dann auch immer dabei, dass es serologisch belegt ist. Die Befunde, die ich hab, sind aber alle von Ärzten, die sich auf Borreliose spezialisiert haben. Mein Hausarzt setzt dann lediglich die Therapie-Empfehlungen um.
LG Niki
RE: Schriftliche Borreliose-Diagnose? -
Rosenfan - 26.07.2013
Zitat:Dennoch bekam ich die Diagnose bis heute nicht schriftlich, was es einem natürlich im Umfeld und vor allem bei Ämtern etc noch viel schwerer macht..
Borri, hast Du Dir keine Kopie der Laboruntersuchung geben lassen? Da hättest Du doch schon mal etwas in der Hand. Du kannst auch in dem Labor anrufen und um eine Kopie bitten. Habe ich auch schon gemacht.
Übrigens ist es Dein gutes Recht, von allem Kopien zu bekommen.
Gruß - Rosenfan
RE: Schriftliche Borreliose-Diagnose? -
Niki - 26.07.2013
Stimmt, auf dem Laborzettel steht dann auch schon der Verdacht auf eine bestimmte Diagnose drauf.
LG Niki
RE: Schriftliche Borreliose-Diagnose? -
Borri - 26.07.2013
Hi rosenfan,
doch, ich habe die Kopie und auch den.dazugehörigen Aufschlüsselungsbericht in.dem.steht, dass bei mindestens zwei hochspezifischen Banden im Westernblot igg eine.Borrelieninfektion gesichert ist. Ich habe ja drei davon. LG
(26.07.2013, 07:49)Rosenfan schrieb: Zitat:Dennoch bekam ich die Diagnose bis heute nicht schriftlich, was es einem natürlich im Umfeld und vor allem bei Ämtern etc noch viel schwerer macht..
Borri, hast Du Dir keine Kopie der Laboruntersuchung geben lassen? Da hättest Du doch schon mal etwas in der Hand. Du kannst auch in dem Labor anrufen und um eine Kopie bitten. Habe ich auch schon gemacht.
Übrigens ist es Dein gutes Recht, von allem Kopien zu bekommen.
Gruß - Rosenfan
RE: Schriftliche Borreliose-Diagnose? -
Rosa45 - 26.07.2013
Verwechselt das bitte nicht. Wenn es auf dem Laborbefund drauf steht heißt das noch lange nicht, das es auch der Diagnose entspricht.
Was meint ihr, was Ärzte mit Laborbefunden da noch so alles mit anstellen können. Von Durchseuchungstitern über unbemerkt ausgeheilte Infektion bis hin zur Psychoschiene einer Begehrensneurose....
kennt Ihr doch...
Ich habs sogar im Rehabericht der DRV schriftlich mit chronischer Borreliose, daraus wurde dann durch einen neurologischen Gutachter eine nicht zuzuordnende Polyneuropathie gemacht, die bei weiterer Behandlung (wiederspricht sich ja schon in dem Satz) keine Erwerbsminderung unter 6 Stunden verursacht, bei leichter Tätigkeit (alle negativen Einschränkungen wie keine Zwangshaltungen u.s.w.).
Was anderes konnte dieser Gutachter nicht feststellen (bei angeblich völlig intakter Muskulatur)
Zwei Wochen vorher war ein orthopädischer Gutachter an mir dran, der die Einschränkungen durch die Borreliose bestätigt hat, mit Muskelabbau an den Schultern und Bauch, linksseitiger Schwäche, Lymearthritis beide Knie u.s.w. (allgemeine Belastungsstörung in Gefolge einer Borreliose) - da war aber nichts von einer Polyneuropathie zu finden über 6 Stunden arbeitsfähig bei leichter Tätigkeit (alle negativen Einschränkungen wie kein Bücken u.s.w. vorhanden) - übelster Brechreiz / die Gutachter wußten aber nichts voneinander!
Ich hab´s mehrfach schriftlich durch Hausarzt, HNO, Immunologe - chronische Borreliose und trotzdem drehen so manche "Gutachter" da an der Aussage.
LG Rosa