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johanna cochius - 25.07.2014
Hallo,
Wie ist das eigentlich bei Euch so ?
Ich bin seit gefühlten 100 Jahren Single, es sind aber "nur " 8 Jahre ....
Durch diesen ganzen Krankheits-Schlamassel hat sich bei mir ein Art Tunnelblick entwickelt, der mir die Augen nicht sonderlich öffnet für die schönen Dinge im Leben.
Ich könnte mir auch irgendwie so gar nicht vorstellen wie das funktionieren sollte, wenn ich jetzt einen potenziellen Partner kennen lernen würde.
Früher haben einige gesagt, dass würde mir evtl. "Gut tun".
Ja, wer weiß ? Aber wo lernt man überhaupt Leute kennen in so einer Situation ?
Wie würde jemand reagieren wenn ich häufig sagen müsste, dies kann ich nicht mit machen oder jenes und sich zwangsläufig so viel um die Erkrankung dreht.
Vom Liebesakt mal abgesehen, ich fühle mich wie eine eingerostete Dampflok mit 36 Jahren

Leider rennt meine Zeit davon, was ist wenn ich gerne Kinder gehabt hätte?
Ich fühle mich so gefesselt in diesem riesig stinkenden Misthaufen....
Wenn ich mich aufraffe und doch mal einen kleinen "Ausflug" mache, (an den See fahren etc. nicht was Ihr jetzt sicher denkt :-) ), bekomme ich meist recht schnell die Quittung in Form von mehr Beschwerden, da vergeht einem doch die Lust irgendwas zu machen ?!
Besteht das ganze jetzige Leben nur noch aus gegen ankämpfen ?
Früher habe ich gedacht, als ich noch viel auf Partys unterwegs war, ich lebe mich so ein bisschen aus und dann kommt irgendwann DER Partner mit dem ich erstmal laaange zusammen bin und dann evtl. Heiraten und Familie gründen.
Und jetzt ?
Falls ich mit 38 Jahren das schlimmste überstanden habe, dann auf´s Gaspedal treten....
LG Johanna
RE: ?????????????? -
anfang - 25.07.2014
Denke,das wird kaum zu beantworten sein....
Jemand gleich vor die Konsiquens zu stellen sich klar zu äußern und sich zu entscheiden,das du jetzt in einem Stadium stehst,wo manche erst später villt gestellt werden und dann beweisen,welcher zusammenhalt tatsächlich besteht....Mmh-
Das kann auch ein unterfangen sein,worauf sich ein Vorwurf kaum festigen lassen täte.
Oder...einfach drauflos,no risk-no fun. Übung macht zwar auch einen Meister,aber auf mehrere infektionen,jedwelcher Art-besteht auch kein Bedarf.
Das läßt sich nicht durchdenken,versuch einfach dir grundsätzlich nichts selbst in den Weg zustellen. - anfang -
RE: ?????????????? -
Filenada - 26.07.2014
Johanna, ich denke, es ist "verschwendete Energie", über ein Was-wäre-wenn nachzudenken, denn beeinflussen kannst Du es eh nicht. Schon allein, weil dazu zwei gehören, die agieren und auch reagieren.
Laß es auf Dich zukommen und wenn's soweit ist, sei vor allem Du selbst. Verstellen / Fassade aufbauen usw. funktioniert nicht, wenn's länger dauern soll als ein One-night-stand.
So sehe ich es nicht nur im Krankheitsfall, sondern generell.
RE: ?????????????? -
johanna cochius - 26.07.2014
Danke für Eure Antworten und auch nochmal an die lieben, vertraulichen PN !
Ich mache mir damit keinen Stress, aber das irgendwann nach Jahren in denen man immer hofft und auch davon ausgeht bald wieder Gesund zu werden und ein möglichst normales Leben zu führen, mal Gedanken darüber kommen, ist denke ich normal....
Ich habe mich noch nie in meinem Leben wegen irgendetwas verstellt, denke ich zu mindest und One-night-stands waren noch nie eine Option für mich.
Ich habe einfach nur mit Schrecken festgestellt wie schnell die Jahre vorbei fliegen und das ich keine 28 mehr bin. Eine richtige Krise habe ich deswegen noch nicht, aber vielleicht Wünsche ? Irgendwann?
Ich wollte einfach nur mal hören wie es anderen in der selben Situation geht, die nicht in einer Partnerschaft waren als die Erkrankung sich bemerkbar machte und das Leben von Grund auf verändert...
LG Jo
RE: ?????????????? -
Neutronik - 27.07.2014
Ich denke es ist nicht mal so wesentlich, ob oder ob man nicht in einer Beziehung/Partnerschaft steckt. Auch in einer Partnerschaft haben einige das Gefühl allein gelassen/abgestempelt zu sein. Und wenn es in so einer Situation und Beziehung vorkommt...fühlt es sich für diejenige/denjenigen meist noch schlimmer an.
Aber auch das genau Gegenteil gibt es - (Für-)Sorge, Verständnis, Interesse,...
ebenfalls bei Freunden... Denn wer sagt, das (wahre) Freunde einen nicht lieben und umgekehrt?
RE: ?????????????? -
Extremcouching - 27.07.2014
Liebe Johanna,
Zitat:Wie ist das eigentlich bei Euch so ?
Ich bin auch schon sehr lange Single und war früher totunglücklich darüber. Irgendwann habe ich mir gedacht, dass das so kein Leben ist, ständig auf der Suche und unzufrieden. Das Leben ist JETZT da und ich wollte das verdammt nochmal auch genießen "dürfen", dann eben alleine. Ich nehme das Leben ja auch sonst, wie es kommt und plane nicht weit in die Zukunft hinein. Ich lass mich doch nicht veräppeln; kaum haste was geplant, macht dir das Leben eh nen Strich durch
Und es hat gut geklappt, ich brauche allerdings einen Ansprechpartner zum Austauschen der täglichen kleinen und großen Katastrophen. Ich habe eine sehr gute Freundin, die auch fast immer Zeit für mich hat. Allerdings habe ich auch nie einen dringenden Kinderwunsch gehabt. Ich machte den immer abhängig von den Partnern, die ich damals hatte.
Wenn ich jetzt einen potentiellen Partner kennen lernen würde, müsste er mich nehmen wie ich jetzt bin, genauso als wenn ich gesund wäre. Ich bin ja auch immer noch ich, vielleicht ein bisschen destillierter, konzentrierter, aber ich habe auch Spaß. Ich würde sowieso niemanden wollen, der mich nur toll findet, wenn ich gut Party machen kann

Ich habe schon Geschichten von anderen Leuten gehört, die sich grade in Krisen oder "ungünstigen" Zeiten kennen gelernt haben.
Johanna, ich wünsche dir, dass du auch jetzt trotz Krankheit die schönen Dinge im Leben wahrnehmen kannst, seien sie auch noch so klein. Nur so ertragen wir alle die dunklen Momente und verlieren nicht die Hoffnung.
Alles Liebe,
Couch