Borreliose ja oder nein? -
Heidisch - 16.10.2015

Hallo liebes Forum.
Ich habe hier schon viele interessante Ding gelesen und viel zum Thema Borreliose gelernt. Ich erzähle euch mal die Leidens-Geschichte von meinem Sohn und hätte gerne eure Meinung dazu gehört.
Im Juni 2004 im Alter von 4 Jahren hatte mein Sohn eine Zecke am Hinterkopf. Diese wurde von einem Arzt entfernt. Eine Rötung trat nicht auf. Ende August 2004 hatte er ein extrem rotes geschwollenes abstehendes heisses Ohr. Damit war ich auch beim Arzt und ihm wurde ein Fenistil Gel aufgetragen, gleichzeitig hatte er eine leichte Bindehautentzündung. Mit dem Zeckenbiss habe ich es leider nicht in Verbindung gebracht, leider war ich aufgrund von Betriebsferien auch bei einem anderen Arzt. Im Jahr 2005 wurde er zum ersten Mal zum Orthopäden überwiesen mit Kniegelenkschmerzen. Ausserdem war er auch im Jahr 2005 beim Neurologen wegen anhaltender Kopfschmerzen. Nachdem wir für die Kopfschmerzen nach einer Arztodysse keinen Befund bekamen, außer wird wohl wegen der Veranlagung (ich selber habe Migräne) auch hier eine beginnende Migräne sein, haben wir begonnen zu einer Osteopathin zu gehen die darauffolgend seine vielen Krankheitssymptome in einem erträglichen Maß halten konnte. In den folgenden Jahren hatte er ständig geschwollene Gelenke. Dadurch, dass er fast täglich Sport getrieben hat, hat man es immer darauf geschoben. Sein Röntgenpass ist voll, die letzten zwei Jahre war er viermal wegen beiden Kniegelenken im MRT, alles ohne Befund. Bzw. mit der Aussage müssen wohl Wachstumsschmerzen sein. Sport kann er schon lange nicht mehr treiben, da er regelmäßig an Krücken geht und auch dazwischen nie schmerzfrei ist. Ca. 2006 hatte er Lähmungserscheinungen an beiden Beinen, ohne Schmerzen, aber er ist einige Tage nicht gelaufen. Ca. 2010 hatte er eine Woche lang einen steifen Hals. Ausserdem ist er Legastheniker und war auch einige Zeit bei der Ergotherapie wegen Konzentrationsstörungen. Dies sind nur die Ereignisse die mir spontan einfallen, eigentlich hatte er ständig irgendwas. Oft auch ungeklärtes Fieber oder Magenprobleme. Seine Schwester hingegen war immer kerngesund. Als er nun letzte Woche mit einem geschwollenen Knie mal wieder bei einer neuen Osteopathin war hat ihn diese positiv auf Borreliose getestet. Der Hausarzt und der Kinderarzt haben diese Diagnose müde belächelt und glauben das nicht. Eine Blutuntersuchung hat ihn nun auch negativ getestet. Allerdings hat er zum Zeitpunkt des Zeckenbisses aufgrund von Asthma täglich Kortison inhaliert und außerdem öfters wegen Mittelohrentzündungen Antibiotika bekommen. Der Hausarzt möchte ihn nun zum Rheumatologen überweisen, obwohl der Rheumafaktor wohl auch negativ ist. Wie gesagt an eine Borreliose glaubt er nicht. Ich habe jetzt selbstständig eine Termin bei einem Infektologen ausgemacht, da ich ihn nicht ausschliesslich homöopathisch behandeln möchte, obwohl er damit große Fortschritte macht.
Für eure Rückmeldung wäre ich sehr dankbar.
lg
Heidi
RE: Borreliose ja oder nein? -
Hanna - 16.10.2015
Liebe Heidi,
weißt du, was für eine Blutuntersuchung das war? War es der ELISA-Test der negativ ausfiel?
Gruß Hanna
RE: Borreliose ja oder nein? -
Luddi - 16.10.2015
Liebe Heidisch,
herzlich willkommen hier bei uns. Es zerreist mir fast das Herz, wenn ich Deine Geschichte lese und den kleinen, lachenden Mann dazu sehe. Wie können Ärzte nur so grausam sein? Anstatt sich auf auf eine gründlihe Suche nach einer plausiblen Erklärung zu machen, schließen sie leichtfertig Diagnosen aus. Da "lacht " ein Arzt tatsächlich über einen positiven Borreliosebefund eines Kindes, dessen Symptome 100 % zu Borreliose passen und das auch noch eine Zecke hatte. Es erschüttert mich immer wieder aufs Neue und ich frage mich, ob es ein Fehler war den Numerus Clausus für Medizin einzuführen. Das Ergebnis sind Weisskittel, die auswendig lernen können und nachplappern, anstatt das eigene Gehirn einzuschalten.
An Eurer Stelle würde ich einen Borreliosespezialisten aufsuchen. Vielleicht bringt Euch auch der Infektologe weiter. Das Problem bei Borreliose ist einfach, dass ein chronischer Verlauf von der offiziellen Lehrmeinung hartnäckig geleugnet wird. Nach 4 Wochen Doxycyclin sind offiziell alle Patienten erfolgreich "austherapiert". Die Wahrheit sieht leider anders aus.
Also an Eurer Stelle: Kopf hoch, einen vernünftigen Arzt suchen, weiter differenzialdiagnostisch alles abklären (gerne auch zum Rheumatologen) ... bei Kindern kann man Borreliose noch behandeln. Wenn Dein Sohn so lange ohne (noch schlimmere) Beschwerden durchgehalten hat, hat er ein gutes Immunsystem. Ich bin sicher, er wird wieder gesund aber ihr dürft das Thema Borreliose bei der Suche nach der Lösung nicht ausser Acht lassen.
lg luddi
RE: Borreliose ja oder nein? -
Niki - 16.10.2015
Hallo Heidi,
herzlich Willkommen im Forum von
Onlyme-aktion.org
Tut mir sehr leid, dass dein Sohn sich schon in so jungen Jahren mit gesundheitlichen Problemen rumschlagen muss
Von den Symptomen her kann es da einen Zusammenhang mit einer möglichen Borreliose und evetuell auch noch anderen übertragenen Infektionen geben.
Unabhängig davon, würde ich ihn beim Rheumatologen aber auch mal richtig durchchecken lassen.
Bezüglich der Borreliose-Tests verhält es sich so, dass diese Tests nicht standardisiert sind. Zudem sind sie eh leider nicht sehr genau.
Es macht großen Sinn, mal einen Arzt aufzusuchen, der sich mit Borreliose auskennt und wo auch mal das Blut in einem spezialisiertem Labor untersucht wird.
Ebenso wird der Bestätigungstest nur bei positiven Antikörpersuchtest angefordert. Darum ist es wichtig sowohl Antkörper wie auch Blot im igg und igm machen zu lassen, auch wenn man eventuell einen Teil selbst zahlen muss.
Welcher Test war denn positiv bis jetzt? Hast du einen Ausdruck? Falls nicht, besorg dir den.
Von wo kommt ihr denn?
LG Niki
RE: Borreliose ja oder nein? -
leonie tomate - 16.10.2015
Hallo Heidi,
willkommen bei uns, im Forum von
OnLyme-Aktion.org
Mir schwillt immer der Kamm, wenn ich solche Berichte wie den deinen lese.

Ich habe selber ein Kind, dass über Jahre unter einer nicht erkannten Borreliose (plus Co-Infektionen) gelitten hat und darüber sehr krank geworden ist.
Ich muss deshalb aufpassen, dass ich versuche dir möglichst unvoreingenommen zu antworten.
Zitat:Ende August 2004 hatte er ein extrem rotes geschwollenes abstehendes heisses Ohr.
Schau mal hier, sah das Ohr so aus?
Nach deiner Beschreibung könnte es sich nämlich durchaus um ein sogenanntes Borrelienlymphom handeln.
Die Stelle (Ohr/Ohrläppchen) ist bei Kindern ausgesprochen üblich.
Die Wanderröte tritt nur in ca. der Hälfte aller Infektionsfälle auf.
http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.krabiki.de%2Fagkj_images%2Fborrel11.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.krabiki.de%2Fwanderroete.html&h=404&w=500&tbnid=BLMsHUzCJVRAOM%3A&docid=qcVpDJbGwK2XoM&ei=tuUgVvSWIeb5yQPE0LygCw&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=6088&page=1&start=0&ndsp=20&ved=0CDYQrQMwCGoVChMI9MmSyffGyAIV5nxyCh1EKA-0
Die Gelenkschmerzen wären zusammen mit den eher unspezifischen Beschwerden, für eine Infektion durchaus typisch.
Die Bluttests auf Borreliose sind nicht sicher. Kommt noch die Einnahme von kortisonhaltigen Medikamenten dazu, wird das Ganze zur Lotterie.
Eine Infektion kann jedenfalls nicht sicher ausgeschlossen werden.
Zitat:Ich habe jetzt selbstständig eine Termin bei einem Infektologen ausgemacht, da ich ihn nicht ausschliesslich homöopathisch behandeln möchte, obwohl er damit große Fortschritte macht
Da finde ich gut, Heidi.
Ich hoffe aufrichtig, dass du auf einen informierten und aufgeschlossenen Arzt triffst.
Ansonsten, wo wohnst du denn (PLZ)? Evtl. können wir dir jemanden empfehlen?
Liebe Grüße
Leonie
RE: Borreliose ja oder nein? - Ehemaliges Mitglied - 16.10.2015
Hallo Heidi,
aus #1
Zitat:Als er nun letzte Woche mit einem geschwollenen Knie mal wieder bei einer neuen Osteopathin war hat ihn diese positiv auf Borreliose getestet. Der Hausarzt und der Kinderarzt haben diese Diagnose müde belächelt und glauben das nicht.
Dazu gab es schon ausreichend Anmerkungen, welcher Test ? Unterlagen aushändigen lassen ....
Das ist häufig nämlich so:
http://www.borreliose-nachrichten.de/Schweiz_med_RID-Foundation.pdf
http://www.dieterhassler.de/index.php?id=165
Alles Gute
RE: Borreliose ja oder nein? -
Regi - 17.10.2015
Zitat:Ende August 2004 hatte er ein extrem rotes geschwollenes abstehendes heisses Ohr.
Vermutlich ein Borrelien-Lymphozytom. Symptom des Stadiums 1 bis 2
http://dermis.net/dermisroot/de/22429/diagnose.htm
Zitat:......, gleichzeitig hatte er eine leichte Bindehautentzündung.
Konjunktivits. Symptom des Stadiums 1-2.
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_LymeBorreliose.html
Der Verlauf passt zusammen mit dem Lymphozytom im Zusammenhang mit dem Zeckenstich wie die Faust aufs Auge.
Zitat:In den folgenden Jahren hatte er ständig geschwollene Gelenke.
Wiederkehrende Gelenkschwellungen. Symptom des Stadiums 3.
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_LymeBorreliose.html
Zitat:Als er nun letzte Woche mit einem geschwollenen Knie mal wieder bei einer neuen Osteopathin war hat ihn diese positiv auf Borreliose getestet.
Was war das für ein Test? Kannst du die Ergebnisse mit geschwärztem Namen einstellen?
Zitat:Der Hausarzt und der Kinderarzt haben diese Diagnose müde belächelt und glauben das nicht. Eine Blutuntersuchung hat ihn nun auch negativ getestet.
Was war das für ein Test? Kannst du die Ergebnisse mit geschwärztem Namen einstellen?
Unabhängig von den Testergebnissen halte ich eine Borreliose aufgrund der Vorgeschichte und dem Verlauf mit entsprechend typischen Symptomen (auch nach geltender Lehrmeinung) für höchst wahrscheinlich. Leider sind die Tests nicht sehr zuverlässig und aus verschiedenen Gründen störanfällig.
Zitat:Der Hausarzt möchte ihn nun zum Rheumatologen überweisen, obwohl der Rheumafaktor wohl auch negativ ist.
Andere mögliche Ursachen ausschliessen, ist wegen der schlechten Diagnostika bei der Borreliose unumgänglich. Lass das machen. Kannst ja parallel trotzdem auf der Borreliose-Schiene weiterfahren.
Zitat:Ich habe jetzt selbstständig eine Termin bei einem Infektologen ausgemacht, ......
Infektiologen arbeiten nach geltender Lehrmeinung. Vorgeschichte, Symptome und Verlauf deuten stark auf Borreliose hin. Sollten die Tests aber nichts hergeben, besteht die Gefahr, dass eine Borreliose vorschnell ausgeschlossen wird. Es gab hier mal eine Userin, deren Kleine bei einem von der Selbsthilfe empfohlenen Spezi war. Der Kleinen geht es mittlerweile wieder gut.
http://forum.onlyme-aktion.org/showthread.php?tid=3399
Wenn du auf den Usernamen klickst und dann auf "alle Beiträge finden", findest du weitere Infos zu diesem "Krimi". Leider ist Blumenbiest hier nicht mehr zu Besuch, aber evtl. kann ich über Facebook einen Kontakt herstellen, damit du nach dem Arzt fragen kannst. Schreib mir einfach, wenn du das möchtest. Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall eine agressive AB-Therapie versuchen, wenn es mein Kind wäre.
Geltende Lehrmeinung und unsere Spezis vertreten nicht dieselbe Meinung, wie eine Borreliose zu diagnostizieren und therapieren ist. Bitte setze dich mit den Unterschieden auseinander, damit du weisst, warum jeder erzählen kann, was in seine Wahrheit passt. Hier zwei Gegenüberstellungen der verschiedenen Meinungen:
http://www.borreliose-nachrichten.de/wp-content/uploads/2011/12/Schweiz-med-RID-Foundation-20071.pdf
Lager A entspricht in etwa geltender Lehrmeinung. Lager B in etwa die unserer Spezis.
http://www.borreliose-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/04/Kontroverse-Borreliose.pdf
Zitat: Als er nun letzte Woche mit einem geschwollenen Knie mal wieder ......
Diagnostisch besteht noch die Möglichkeit einer PCR bei sichtbaren Symptomen. Mit der PCR werden Borrelien resp. deren DNA/DNS direkt nachgewiesen im Gegensatz zu den Bluttest, die lediglich die Immunreaktion auf den Erreger messen resp. Antikörper nachweisen. Allerdings müsste eine Probe von Gelenkflüssigkeit und/oder Gelenkhaut entnommen werden für die PCR. Das ist nicht schmerzlos. Ich würde meinem Kind das bei einem derart eindeutigen Verlauf nicht zumuten, zumal die PCR bei Gelenkproben zu 30-50 % falsch negativ sein kann. Ist sie aber positiv, ist die Borreliose praktisch bewiesen.
Des weiteren würde ich mir mal alle Krankenakten besorgen, die den Verlauf dokumentieren, damit irgendwann nicht einfach behauptet werden kann, eine Borreliose hätte nie vorgelegen. Mach das, bevor die Aufbewahrungsfrist für die Akten abgelaufen ist.
LG, Regi
RE: Borreliose ja oder nein? -
Heidisch - 17.10.2015
Hallo Ihr Lieben,
ich bin echt überwältigt von der raschen, vielzähligen Reaktion auf meinen Bericht.
Hier die Antworten:
- auf dem Laborbefund der Blutuntersuchung steht:
RF-IgM quantitativ < 10,0
CCP-Ak ECLIA < 7,0
negativ
Borrelia b. (Lyme) Ak
Borrelia b. IgG LIA < 10,0
negativ
Borrelia b. IgM LIA < 0,90
negativ
- erhöht waren die Werte:
MCHCB (mittlere Hb-Konz.) 36
Monozyten 17,7
Antistreptolysin quant. 292
CRP quantitativ 11,4
Alpha-1-Globulin 5,9
Ferritin 93
- wir wohnen in 89079 Ulm
- Die Osteopathin hat ihn auf "ihre Weise" positiv getestet. Dies wird eben von den Ärzten belächelt. Ich weiß aber von anderen Fällen und auch bei mir selber, dass Sie über die Allgemeinmedizin hinaus Krankheiten entdeckt hat und helfen konnte. Außerdem hat sie selber Borreliose und ist zu dem Thema bestens informiert. Ich war schon bei verschiedenen Osteopathen, und dieser vertrauen wir zu 100%. Gerade für meinen Sohn ist sie zur Heiligen geworden, da sie ihm schon mehrfach helfen konnte seine Symptome zu lindern.
Beim Kinderarzt war ich schon und habe mir Kopien von verschiedenen Befunden besorgt.
Also vielen Dank nochmal an euch alle. Solltet ihr eine gute Adresse in unserer Nähe wissen wäre ich auch hierfür sehr dankbar.
lg
Heidi