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Kann ein EM nach 6 Monaten noch ein Frühstadium sein?
#1

Hallo Leute,

ich hatte jetzt ein halbes Jahr lang eine immer größer werdende Wanderröte, die ich leider fehlinterpretiert habe. Da sie bereits im Januar auftrat, schloss ich Borreliose aus, weil ich fälschlicherweise dachte, dass Zecken im Winter gar nicht aktiv sein könnten. Deshalb ging ich von einem EAC aus, das ja nahezu identisch aussehen kann wie ein Erythema migrans. Außerdem hatte ich außer der Wanderröte keinerlei andere Symptome.

Wahrscheinlich habe ich den Gedanken an Borreliose auch ein Stück weit verdrängt, weil ich vor acht Jahren bereits eine Neuroborreliose mit Gesichtslähmung hatte. Damals wurde ich über ein Jahr lang in einer Spezialklinik behandelt. Seitdem bin ich allerdings komplett beschwerdefrei.

Jedenfalls habe ich nun doch einmal Doxycyclin eingenommen, und die Wanderröte, die mittlerweile wirklich sehr ausgeprägt und extrem groß geworden war, ist innerhalb weniger Tage vollständig verschwunden.

Meine Frage ist nun, ob man in meinem Fall trotz der langen Dauer noch von einem Frühstadium ausgehen kann, da es sich ausschließlich um eine kutane Manifestation handelte und ich wirklich keinerlei andere Symptome hatte. Oder muss man aufgrund der Dauer von sechs Monaten eher von einem späteren Stadium ausgehen und davon ausgehen, dass sich die Borrelien inzwischen disseminiert haben?

Ist die lange Persistenz der Wanderröte eher ein gutes Zeichen, weil die Erreger möglicherweise auf die Haut begrenzt blieben und mein Immunsystem sie dort in Schach halten konnte? Oder spricht das eher für eine ungünstige Situation, weil die Borrelien unter diesem dauerhaften Immunstress möglicherweise Biofilme oder andere Persistenzformen gebildet haben?

Vielleicht könnt ihr die Situation auf Grundlage eurer Erfahrungen etwas einschätzen. Das würde mir wirklich sehr helfen.

Ich nehme derzeit übrigens 2 × 200 mg Doxycyclin täglich sowie ein Immunpeptid – insgesamt für vier Wochen. Außerdem habe ich mir noch NAC und Bromelain bestellt, um potenzielle Biofilme anzugehen. Nach der Antibiotikatherapie möchte ich zusätzlich einige naturheilkundliche Mittel wie Japanischen Staudenknöterich, Cryptolepis, Artemisia, Baikal-Helmkraut oder Kardenwurzelextrakt einnehmen, einfach um auf Nummer sicher zu gehen. 

LG Jonas
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Thanks given by: FreeNine
#2

Hallo Jonas,

ich kann mich noch gut an deinen alten Fall am Anfang vor ein paar Jahren erinnern und schön, dass du dich hier wieder meldest.  Heart

Gut, das du damals mit Unterstützung deiner Eltern eine Behandlung erhalten hast, die  bei dir sehr gut angeschlagen hat.

Zu deiner derzeitigen Situation und Frage kann ich dir keine ausgiebige Antwort geben.

Wenn du bisher keine weiteren Symptome hast, solltest du es ggf. immer im.Hinterkopf behalten und wenn mal wieder Symptome auftreten, wo keine Ursache gefunden wird auch an die mögliche Borreliose denken.

Im Laufe der Jahre musste auch ich feststellen, dass man für viele Symptome keine Ursache findet, aber auch keinen sicheren Nachweis hat um es der Borreliose sicher zuzuordnen.

Ich hatte nie eine sichtbare Wanderröte und kann diesbezüglich keine eigene Erfahrung teilen.

Allerdings muss ich ein Sprichwort eines ehemaligen Forenmitgliedes bestätigen:
"Je mehr ich über Borreliose weiss,
desto mehr weiss ich, dass man fast nichts weiss."

Ich hatte schon deinen 1. Beitrag vor ein paar Tagen hier gelesen.
Da hatte kaum jemand darauf reagiert. Leider ist es so, dass unser Verein immer weniger aktive Mitglieder hat und damit wohl auch weniger Betroffene unser Forum kennen und finden. Alles hängt am seidenen Faden. Dadurch ist es auch schade, dass wir als Betroffene , keine Lobby mehr haben, die sich für Forschung und Anerkennung unserer Probleme einsetzt. Wer sich keine Privatbehandlung leisten kann, hat in einem sehr großen Bereich der Infektion einfach Pech.

 Dein eigener Behandlungsvorschlag klingt erst mal ganz gut. Man kann nur alles probieren und sehen ob es anschlägt. Die Stärkung des Immunsystems ist immer sinnvoll.

Wie gesagt, ob sich die Borrelien schon weiter  bewegt haben, wird dir wohl keiner genau sagen können.
Möglich ist bei Borreliose vieles. Aber ich würde mir jetzt auch nicht zu viel Gedanken machen, sondern positiv denken. Denn auch die Psyche spielt eine große Rolle im Immunsystem und bei der "Heilung".

So wie ich mich erinnere hast du dich damals schon intensiv mit der Thematik befasst um eine Lösung und Hilfe zu finden.

Ich wünsche dir viel Erfolg, damit nichts zurück bleibt.

Viele liebe Grüße von FreeNine Icon_winken3

“Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.” Mahatma Ghandi

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Thanks given by: Filenada


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