Gestern, 12:12
Zu den Zysten und anderen Persisterformen habe ich hier im Forum einen Link zu einem Vortrag einer, glaube ich, tschechischen Wissenschaftlerin gefunden und reime mir das inzwischen so zusammen:
Es liegt ganz normal in der Biologie der Bakterien - und ist überhaupt nicht speziell für Borrelien - dass diese in der Lage sind, bei ungünstigen Bedingungen Dauerformen zu bilden. Manche Arten machen das vielleicht mehr als andere und überhaupt ist vielleicht ein gewisser Anteil einer Population in solchen Formen.
Diese Bakterienarten, die als Lebensstrategie eben so eine eher langsame, beharrliche Entwicklung haben, bilden vielleicht mehr Dauerformen. Dadurch entstehen bei uns, wenn sie in uns leben, persistente Erkrankungen, weil sie das Immunsystem unterlaufen. Und eben auch die verschiedenen Medikamente wirken eher an den aktiven Formen als an diesen Dauerformen, so dass man die damit schlecht erwischt. Und irgendwann wacht halt die ein oder andere wieder auf, teilt sich mal wieder, nervt dabei ihren Wirt ein bißchen, so dass man diese chronischen kleinen Mini-Entzündungen hat. Und da reagiert halt wieder jeder anders.
Ich glaube, es ist nicht erwiesen, dass nun gerade Doxycyclin diese Bildung von Dauerformen fördert, sondern man hat sie vielleicht dabei zu erst erkannt? Jedenfalls scheinen viele Spezis von der Theorie abgerückt zu sein, dass Doxycyclin besonders Zystzen fördert und verschreiben es wieder. Ich habs tatsächlich noch nie genommen (weil meine Spezis auch meinten, die Infektion wäre bei mir schon zu alt). Meiner Schwester hats bei ihrer ersten Borreliose (mit 6 Wochen AB, nicht 3) gut geholfen, über 10 Jahre, und dann war es wohl eine Neuinfektion und nicht Reaktivierung. Jetzt, bei ihrer 3. Wanderröte hat sie es wieder bekommen und ist grade nicht so happy....Aber davor hatte sie eben diese 2. Wanderröte, die sie verschleppt hatte und mit vielen Kombis ewig herumgemacht, bis es dann doch wieder weg war, oder jedenfalls fast.
Dann sollte man noch bedenken, dass es viele Borrelien-Arten und Stämme gibt, mit möglicherweise verschiedenen Empfindlichkeiten gegenüber bestimmten Medikamenten. Auch dazu gibts Studien, und alles das sind nur kleine, mühsame Einblicke in eine komplizierte Situation.
Um jedenfalls zu Wastls Frage zurückzukommen, man muss halt versuchen und es kann gut sein, dass das Doxy hilft.
Viel Glück,
Sabine
Es liegt ganz normal in der Biologie der Bakterien - und ist überhaupt nicht speziell für Borrelien - dass diese in der Lage sind, bei ungünstigen Bedingungen Dauerformen zu bilden. Manche Arten machen das vielleicht mehr als andere und überhaupt ist vielleicht ein gewisser Anteil einer Population in solchen Formen.
Diese Bakterienarten, die als Lebensstrategie eben so eine eher langsame, beharrliche Entwicklung haben, bilden vielleicht mehr Dauerformen. Dadurch entstehen bei uns, wenn sie in uns leben, persistente Erkrankungen, weil sie das Immunsystem unterlaufen. Und eben auch die verschiedenen Medikamente wirken eher an den aktiven Formen als an diesen Dauerformen, so dass man die damit schlecht erwischt. Und irgendwann wacht halt die ein oder andere wieder auf, teilt sich mal wieder, nervt dabei ihren Wirt ein bißchen, so dass man diese chronischen kleinen Mini-Entzündungen hat. Und da reagiert halt wieder jeder anders.
Ich glaube, es ist nicht erwiesen, dass nun gerade Doxycyclin diese Bildung von Dauerformen fördert, sondern man hat sie vielleicht dabei zu erst erkannt? Jedenfalls scheinen viele Spezis von der Theorie abgerückt zu sein, dass Doxycyclin besonders Zystzen fördert und verschreiben es wieder. Ich habs tatsächlich noch nie genommen (weil meine Spezis auch meinten, die Infektion wäre bei mir schon zu alt). Meiner Schwester hats bei ihrer ersten Borreliose (mit 6 Wochen AB, nicht 3) gut geholfen, über 10 Jahre, und dann war es wohl eine Neuinfektion und nicht Reaktivierung. Jetzt, bei ihrer 3. Wanderröte hat sie es wieder bekommen und ist grade nicht so happy....Aber davor hatte sie eben diese 2. Wanderröte, die sie verschleppt hatte und mit vielen Kombis ewig herumgemacht, bis es dann doch wieder weg war, oder jedenfalls fast.
Dann sollte man noch bedenken, dass es viele Borrelien-Arten und Stämme gibt, mit möglicherweise verschiedenen Empfindlichkeiten gegenüber bestimmten Medikamenten. Auch dazu gibts Studien, und alles das sind nur kleine, mühsame Einblicke in eine komplizierte Situation.
Um jedenfalls zu Wastls Frage zurückzukommen, man muss halt versuchen und es kann gut sein, dass das Doxy hilft.
Viel Glück,
Sabine

