Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind. Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


moderate Hyperthermie Erfahrungsbericht
#1

Hallo ihr Lieben,

ich bin Matze, 55 Jahre alt und vermutlich seit Sommer 2023 mit Borelliose infiziert. Die Diagnose mit entsprechenden Blutwerten kam im Februar 2025. Bis dahin war es eine echte Odyssee mit dem üblichen Marsch zu allen möglichen Ärzten und ich will euch hier nicht mit den Details langweilen. Nach der Diagnose im Feb 2025 kam eine 20 tägige AB mit Doxyciclin. Ein anschließender Labortest hat quasi die selben Werte ergeben. Da war mir schon fast klar das die AB nicht gewirkt hat (obwohl meine HA das Gegenteil beteuerte) und das das wohl leider eine langwierige Angelegenheit wird, die mein Leben verändert. Und das nicht zum Guten. 
Bis zur Lumbalpunktion im November gab es noch ein paar Untersuchungen um evtl andere Ursachen so gut es geht ausschließen zu können. Wie zBsp ein Schädel MRT und noch andere neurologische Untersuchungen. Die Lumbalpunktion blieb quasi ohne Befund, da im Nervenwasser nur sehr wenige Borellien gefunden wurden. Daher wurde von einer intravenösen AB abgesehen und ich wurde als austherapiert, mit der Empfehlung Vitamin B12 und Magnesium zu supplementiern, entlassen. Einzige positive Nachricht ist wohl die Tatsache, das es sich nicht um eine Neuroborelliose handelt.
Meine Symptome sind äußerst umfangreich und wechseln sich stark ab. Aber ich bin im Alltag nicht so stark eingeschränkt wie leider so manch anderer hier. Kann arbeiten gehen und an guten Tagen sogar etwas Sport treiben und Fahrrad fahren. Allerdings hatte ich im vergangenen Jahr viele schlechte Tage, an denen außer Bewältigung des Alltags kaum etwas Anderes möglich war. Die Laune war auch entsprechend mies. Daran ist dann auch schlußendlich meine Beziehung zerbrochen, was auch nicht gerade zur Besserung des Wohlbefindens beigetragen hat. Verschiedene Symptome haben sich durch den Herzschmerz Stress verschärft und verstärkt. Aktuell leide ich besonders unter Taubheit und Schmerzen in den Füßen und Zehen sowie "Eishänden".
Aber etwas Gutes hatte es. Ich habe dadurch die Kraft und Motivation gefunden weiter zu recherchieren und mich nicht abzufinden. Bis ich dann Anfang Februar auf die Hyperthermie gestoßen bin. 
Nach weiteren umfangreichen Recherchen habe ich mich für eine moderate Ganzkörper-Hyperthermie Behandlung im XXX entschieden. Behandelnder Chefarzt ist Dr. XXX.
Es gab ein telefonisches Vorgespräch mit dem Praxismanager und meinen Entschluß diese Behandlung zu machen, auch wenn ich die Kosten (430 € pro Sitzung) selber trage. 
Der erste Termin fand am 02.03.26 statt. Ein kurzes Gespräch mit Dr. XXX und dann ab auf die "Pritsche". 

Bei der moderaten Hyperthermie wird der gesamte Körper durch den Einsatz von Infrarottechnologie, bei der nur Alpha Strahlung durchgelassen wird, in künstliches Fieber versetzt. Das XXX nutzt Technik von Ardenne. (Dr. Manfred von Ardenne hat die Hyperthemie bereits in den 50er Jahren erfunden um Krebs zu bekämpfen)
Die Idee hinter der Hyperthermie ist die Tatsache, das die kleinen Borellien-Mistviecher thermolabil sind und die Möglichkeit besteht diese zu bekämpfen wo Antbiotika versagt.
Die Borellien, sonst flink unterwegs und schneller als unsere Killerzellen, stellen ihre Aktivität ein, ihre Efluxpumpen ab und sind dann angreifbar. Durch das Fieber wird unser gesamter körpereigener Immunapparat enorm mobilisiert und alarmiert. Durch das starke Fieberschwitzen werden die erledigten Mistviecher dann auch direkt aus dem Körper gespült. Das verhindert die "Herxheimer" Reaktion. Es wird vermutet das Borellien bei einer Köpertemeperatur zwischen 40,5°C und 42,5°C tatsächlich absterben. Da gehen die Meinungen aber auseinander. Grundsätzlich soll aber gelten, je höher die erreichte Fiebertemepratur um so besser.

Der körpereigene Thermostat, legt fest wie hoch das Fieber im Körperkern steigt. Das ist individuell und bei jedem anders. Ich habe zum Monitoring ein kleines Fieberthermometer in den Allerwertesten bekommen, Sauerstoff in die Nase. Eine Vitamin C Infusion in den Arm und vorweg einen Magnesium Drink. Zwischendurch zweimal einen Kalzium Drink um den Kreislauf zu stabiliesieren. Eine DVD ausgesucht, und los ging's. Bis zur Fiebertemperatur von 38°C hat es ungefähr eine Stunde gedauert. Danach wurde es anstrengend und teilweise schwer auszuhalten. Das muß man wissen. Nach ca. 2 Stunden hatte ich 39°C Fieber. Und der Endpunkt waren 39,3°C. Die habe ich ca. 25 Minuten gehalten. Nach 2,5 Stunden wurde das Gerät ausgeschaltet und ich habe noch "nachgeglüht".
Die Schwester hat sich die gesamte Zeit gut um mich gekümmert. Immer wieder neue feuchte Umschläge für Nacken und Stirn gemacht und mit einer Sprühflasche hauptsächlich Po und Beine besprüht wenn die zu heiß wurden.
Danach ging es für ca. 20 minuten auf eine Relaxliege zum akklimatisieren und dann unter die Dusche. Das wars. Ich war etwas benommen und ein bischen schwindlig, aber sonst nach etwa 25 Minuten bereit zum Auto fahren.

Bereits am selben Abend habe ich mich so gut gefühlt, wie schon lange nicht mehr. Auch am nächsten Tag hielt der Effekt noch an, bevor es ab Mittwoch begann wieder schlechter zu werden. Heute, eine Woche später sind die Symptome wieder auf dem Niveau wie vor der Behandlung. 
Aber hey, es muß ja noch Steigerungspotenzial geben. Denn schließlich habe ich ja noch 3 Behandlungen vor mir, von denen ich dann gern wieder berichte.

Um die Behandlung wirkmächtiger zu machen, habe ich aufgehört zu rauchen und meine Ernährung etwas gesünder umgestellt. Muß nur aufpassen nicht zu viel abzunehmen und Muskelmasse abzubauen. 

Aktuell nehme ich zur Unterstützung Vitamin D3 mit K2 hochdosiert, Vitamin C, Vitamin B12, wilde Karde Tinktur und Katzenkralle, Chlorella und Artischocke Kapseln für den Darm, sowie Magnesium.

Die nächste Behandlung ist am kommenden Montag. Danach melde ich mich wieder. 
Bis dahin drückt mir die Daume. Habt ihr evtl auch schon Erfahrungen mit Hyperthermie gemachtwürde ich mich freuen davon zu hören.
Viele liebe Grüße



Edit:
Bitte keine namentliche Nennung von Kliniken und behandelnden Ärzten!
Zur Erinnerung hier noch einmal unsere
Forumregeln und die besonderen Hinweise zum Austausch zu Ärzten, Kliniken, Therapeuten usw.
Gruß Moderator
Zitieren
Thanks given by: Sabine
#2

Hallo Matze,
Heart lich Willkommen 
hier im Forum auch wenn der Anlass nicht der Beste ist. 

Danke für deinen ausführlichen Bericht.

Es gibt viele Therapiemöglichkeiten bei Borreliose die angeboten werden und die man ergänzend nach der Standartbehandlung mit Antibiotika ausprobieren kann. Bei dem einen Betroffenen hilft das eine und bei den nächsten wieder etwas anderes.

Hintergrund ist oft das sich eine Borreliose nicht mit der Borreliose eines anderen Betroffenen 1:1 vergleichen lässt, da die Symptomatik ganz unterschiedlich ausfallen kann sowie die Manifestationen der Erkrankung. Schau auch mal dazu in unseren Erstinfos (klick hier)

 Die auf Borreliose spezialisierten Ärzte wissen auch, dass die Borreliose meist nicht allein kommt.
Meist haben die Betroffenen noch Co-Infektionen, ein geschwächtes Immunsystem mit ggf. Darmproblemen, Mineralstoffmängeln, usw.. ggf. noch andere Erkrankungen. Das kann alles sehr komplex ausfallen und es ist  nicht ganz so einfach diese ganzen Puzzleteile aufzudecken.
Mit Recherche bist du da auf alle Fälle auf dem richtigen Weg. 

Ich habe keine eigene Erfahrung zur Hyperthermie. Allerdings kannst du auch hier im Forum die Suchfunktion nutzen um nach Berichten zur Hyperthermie suchen, den Hyperthermie war ab und zu auch ein Thema hier.

Ansonsten kannst du nur abwarten, wie es sich alles entwickelt und ob sich deine Symptome verabschieden. Da drücke ich die Daumen, dass sich ein Erfolg einstellt. Viel Glück bei dem Therapieversuch.

VLG von FreeNine.
Zitieren
Thanks given by: Sabine , Matze K.
#3

Hallo ihr Lieben und wilkommen zu Teil 2 meines Erfahrungsberichts mit der moderaten Hyperthermie!

Am vergangenen Montag hatte ich nun also meine zweite Behandlung mit der moderaten Hyperthermie noch Prof. Dr. von Ardenne. Ich war etwas weniger aufgeregt und wußte schon was auf mich zukommt. Dieses mal erreichte ich bereits nach ca. 1,5 Stunden die 39°C Kern/Fiebertemperatur und hoffte nun die Spitzentemperatur von 39,3°C vom letzten mal, noch signifikant steigen zu können. Dies gelang aber leider nicht weil ich plötzlich starke Kopfschmerzen bekam die auch durch diverse Getränke nicht zu lindern waren. So blieb mir nur einen Arm aus der Komplettabdeckung zu nehmen um etwas abzukühlen. Die Temperatur hielt ich somit über ca. 1 Stunde konstant bei 39,1°C . Insgesamt und wegen der langen Dauer mit über 39 °C war der gesamte Prozeß nochmal wesentlich anstrengender als beim letzten mal und ich war wirklich völlig erledigt als nach 2,5 Stunden die Behandlung abgeschlossen wurde.
Nach dem Duschen ging es dann an die Heimfahrt.
Schon im Auto hatte ich das Gefühl das sich der positive Effekt vom letzten Mal diesmal leider nicht wie erhofft einstellt. Das Taubheitsgefühl vor allem im rechten Fuß und Bein waren unverändert. Nur kamen diesmal Symptome dazu, die vorher seit längerer Zeit kaum spürbar waren. Wie zBsp. starke Kopfschmerzen und Muskelverhärtungen im Schulter- und Nackenbereich die dann zu Schmerzen in den Schultergelenken führen. Dies ist leider bis heute unverändert...
Sehr schön hingegen ist mein Energielevel, der weiter hoch ist und mir trotz Schmerzen insgesamt ein positives Gesamtgefühl vermittelt.

Trotzdem möchte ich gern mal eure Meinung zu einer Überlegung von mir wissen: Würdet ihr es für richtig und klug halten die Hyperthermiebehandlung mit einer weiteren Antibiose zu unterstützen? Ich bin mir da leider überhaupt nicht sicher, weil ich von Ärzten mehrfach gesagt bekommen habe das eine weitere Antibiose in diesem Stadium der Borreliose nichts bringt.

Mein nächster Behandlungstermin ist am 30.03.26. Danach melde ich mich wieder.

VLG Matze

P.S. vielen lieben Dank an FreeNine für die guten Wünsche
Zitieren
Thanks given by: FreeNine , Sabine
#4

Hallo Matze,

zunächst hoffe ich, dass es dir inzwischen besser geht. 

Zu deiner Frage was Antibiotika angeht:
Es ist quasi auszuschließen, dass Hitze alleine zur Abtötung von Borrelien im Menschen führt. Diese Theorie bezieht sich auf eine einzige Laborstudie vor 30 Jahren, die auch bisher nicht reproduziert wurde. Laborstudien kann man aber nicht einfach so auf Menschen übertragen. Das Kulturmedium bei Borreliose ist auch ziemlich speziell und Borrelien sind darin auch nur schwer unter bestimmten Bedingungen zu züchten. Die Temperatur hat vermutlich nur auf Laborbedingungen diese abtötende Auswirkungen, nicht im lebenden Wirt.
Vögel sind ein natürlicher Wirt von Borrelien in der Natur und haben eine Körpertemperatur von bis zu 42°C. 
Ob Hyperthermie eine Antibiose effektiver macht, wird aufgrund der gleichen Laborstudie vermutet, ist aber unbelegt.
Nur weil Doxy nicht gewirkt hat, finde ich die Aussage, dass eine weitere Antibiose nichts bringt, etwas fraglich. Wenn das Ziel die Abtötung von Borrelien ist, dann ist Antibiotika zumindest deutlich vielversprechender als Hyperhermie.

Mehr dazu findest du in der Diskussion ab hier: https://forum.onlyme-aktion.org/showthre...#pid191256

The elm, the ash and the linden tree
The dark and deep, enchanted sea
The trembling moon and the stars unfurled
There she goes, my beautiful world
Zitieren
Thanks given by: Filenada , AnjaM , Matze K. , Sabine


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste